Guardamar del Segura abseits des Strandes: Dünen und Geschichte

Wer nach Guardamar del Segura kommt, sieht meist zuerst den breiten Sandstrand und das Mittelmeer. Doch es lohnt sich, ein Stück weiterzugehen. Hinter der Küste warten Pinienwälder, ein schattiger Park, ein lebendiger Ortskern und Spuren von Menschen, die schon lange vor den ersten Urlaubsgästen hier lebten.

Von Torrevieja oder Orihuela Costa aus ist Guardamar ein schönes Ziel für einen Tagesausflug. Am besten ohne straffen Zeitplan: Die besondere Atmosphäre erschließt sich, wenn man Strand, Natur und den Ort miteinander verbindet.

Die Dünen machen Guardamar besonders

An vielen Abschnitten stehen nicht Häuserreihen direkt hinter dem Sand, sondern geschützte Dünen und Pinienwälder. Die Bäume sind mehr als eine grüne Kulisse. Sie gehören zu einem umfangreichen Projekt, mit dem einst wandernde Sandmassen befestigt wurden, die die Siedlung und umliegende Flächen bedrohten.

Folgen Sie einem ausgeschilderten Weg durch den Wald. Schon nach wenigen Schritten verändert sich die Stimmung: Der Wind lässt nach, es duftet nach Harz und die Geräusche vom Strand rücken in den Hintergrund. Einige Wege führen zurück ans Meer, andere eignen sich für einen ruhigen Spaziergang zwischen den Bäumen.

Bleiben Sie bitte auf den markierten Pfaden und nutzen Sie die vorgesehenen Strandzugänge. Die Dünen sind empfindliche Lebensräume; wer quer hindurchläuft, beschädigt leicht die Pflanzen, die den Sand zusammenhalten.

Welcher Strand passt zu Ihrem Tag?

Guardamars Strände unterscheiden sich stärker, als man zunächst vermuten könnte. Die Playa Centro ist ideal, wenn Sie eine Promenade, Restaurants in der Nähe und kurze Wege in den Ortskern schätzen. So lässt sich ein Strandtag auch mit einem Bummel durch die Stadt verbinden.

Weiter nördlich, in Richtung der Segura-Mündung, wirkt Els Vivers naturnäher. Dünen und Pinien prägen die Landschaft, und archäologische Fundstätten in der Umgebung machen einen Ausflug zusätzlich interessant. Ausstattung, Rettungsschwimmer, barrierefreie Zugänge und geöffnete Lokale hängen vom Strandabschnitt und von der Saison ab. Prüfen Sie vorab, was Ihnen wichtig ist.

Auch im Winter lohnt sich ein Besuch. Ein langer Spaziergang am Wasser kann an einem windigen Nachmittag reizvoller sein als ein Sommertag unter dem Sonnenschirm.

Eine Pause im Parque Reina Sofía

Nur ein kurzes Stück vom Meer entfernt bietet der Parque Reina Sofía eine willkommene Abwechslung. Zwischen Bäumen, Wegen und schattigen Ecken können Familien eine Pause einlegen oder Spaziergänger der Mittagssonne entkommen.

Der Park steht selten ganz oben auf einer Liste touristischer Höhepunkte. Gerade das macht ihn sympathisch: Hier sind Einheimische ebenso unterwegs wie Besucher. Mit Kindern ist er eine gute Gelegenheit, den Tag zwischen Strand und anderen Aktivitäten aufzuteilen.

Geschichte, die weit vor dem Tourismus begann

In der Nähe der Dünen liegen Zeugnisse verschiedener Epochen. La Fonteta war eine phönizische Siedlung; die Rábita Califal stammt aus dem islamisch geprägten Abschnitt der Ortsgeschichte. Beide erinnern daran, dass diese Küste schon vor Jahrhunderten mit Handel, Besiedlung und religiösem Leben verbunden war.

Die Fundstätten sind allerdings nicht wie Museen mit ständigem Zutritt zu behandeln. Besuchsmöglichkeiten und Informationen vor Ort können sich ändern. Erkundigen Sie sich deshalb beim Tourismusbüro von Guardamar nach den aktuellen Regelungen, bevor Sie einen Besuch fest einplanen.

Zum Mittagessen lieber auch in den Ort schauen

Am Meer zu essen hat seinen Reiz. In Guardamar lohnt es sich aber ebenso, die Küche der Vega Baja kennenzulernen: Reisgerichte, Fisch und Erzeugnisse aus dem umliegenden Anbaugebiet. Besonders eng mit dem Ort verbunden sind die getrocknete Paprikasorte Ñora und die heimischen Garnelen.

Fragen Sie nach den Reisgerichten des Tages und ob diese frisch auf Bestellung zubereitet werden. Nicht jedes Restaurant bietet dieselbe Auswahl, und für manche Gerichte braucht es etwas Geduld. Ein ausgedehntes Mittagessen passt hier besser als ein Programm im Minutentakt.

Ein entspannter Tagesablauf

  • Vormittags: Beginnen Sie mit einem ausgeschilderten Spazierweg durch Dünen oder Pinienwald, solange es noch angenehm kühl ist.
  • Später am Vormittag: Wählen Sie Playa Centro mit Promenade oder das naturnähere Els Vivers.
  • Mittags: Essen Sie in Ruhe im Ort, vielleicht ein Reisgericht mit regionalen Zutaten.
  • Nachmittags: Legen Sie eine Pause im Parque Reina Sofía ein und bummeln Sie anschließend durch den Ortskern.

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, müssen Sie nicht jede Sehenswürdigkeit abhaken. Ein Weg durch die Pinien, etwas Zeit am Wasser und ein gutes Essen vermitteln oft das beste Gefühl für Guardamar.

Gut zu wissen

An Sommerwochenenden wird es an beliebten Strandzugängen mitunter voll. In den kühleren Monaten geht es meist ruhiger zu, allerdings haben manche saisonalen Betriebe und Angebote eingeschränkte Öffnungszeiten. Für Wege abseits der Promenade sind bequeme Schuhe sinnvoll. Auch bei Wind sollten Sie an Sonnenschutz denken.

Der Strand ist häufig der Grund, zum ersten Mal hierherzukommen. Die Dünen, die Pinien und das Leben im Ort sind oft der Grund, wiederzukommen.

Mehr über die Region erfahren Sie in unserem Costa-Blanca-Reiseführer.

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